Cordrock trifft Vorbindschürze

Vor Kurzem drückte mir jemand einen grünen Cordrock in die Hand. „Alex, du magst doch Cord!“ – mein gegenüber mag nämlich Cord gar nicht. Und ich liebe Cord. Ich finde, mit einer schwarzen Feincordhose ist man immer gut angezogen. Das der Rock weder meine Farbe noch meine Größe hat, war uns dabei aber allen bewusst. Bewusst war allen auch, ich vernähe den Rock zu irgendwas anderem.

Apropos nähen und Cord – ich liebe ja Cord als Kombistoff statt Jeans. Nur kommt man an Jeans leichter ran.

Aus der selben Quelle ist ein Satz Vorbindschürzen. Mir gefiel das Muster dieser Vorbindschürze besonders gut. Wen verwundert es? Sie ist LILA. Vorbindschürzen sind nun ja – Thema für sich. Während meiner beruflichen Laufbahn musste ich ab und an auch welche tragen. Den Sinn habe ich nur nie verstanden. Denn meine Brust hing trotzdem immer irgendwo drin, weshalb mir ganze Schürzen lieber waren. Und bevor jemand stutzt – ich war mal Verkäuferin in Metzgereien. Und da man sich grundsätzlich mal in die Theke beugen muss, bleibt es nicht aus, dass man die Brust auf den Schneidebrettern, die nicht immer ganz sauber sind, ablegen musste. Zumindest wenn man kein A-Körbchen hat.

Ich habe vor ein paar Wochen fest gestellt, dass in meinen Kulturbeutel nicht viel mehr als eine elektrische Zahnbürste, eine Tube Zahnpasta und ein paar Wattestäbchen passen. Da hatte ich schon länger vor, mir was größeres zu nähen. Der Rock bot sich dafür förmlich an. Boden zunähen und oben einen Reißverschluss rein.

Da die Vorbindschürze farblich aber wirklich total mit dem Rock harmonierte, wollte ich den Rock damit füttern. Wobei ich da generell eher der Phi mal Daumen Typ bin. Ok zu wenig Schürze für den Rock. Aber ich hatte noch einen Teil meiner letzten schwarzen Feincordhose. Da nähte ich einfach was an die Schürze dran. Die Taschen der Schürze habe ich erhalten. Auf den schwarzen Cord habe ich dann noch eine weitere Tasche aus dem Stoff der Schürze genäht.

Den Reißverschluss habe ich einmal komplett wieder raus getrennt. Ich hasse Reißverschlüsse wieder raus trennen. Erfahrungsgemäß trenne ich fast jeden Reißverschluss, den ich irgendwo einnähen möchte, noch mal raus.

Beim Zusammennähen hatte ich dann irgendwie zu viel Futter. Aber egal, gibt es eben zwei Falten. Den Reißverschluss da rein zu bekommen, war das schwierigste. Ich habe dann noch einen Boden genäht. Dank diverser Utensilos weiß ich ja nun wie das geht.

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Heute Vormittag dachte ich mir, ich könnte das Wetter nutzen und meinen Kulturbeutel am Fenster knipsen. Schlussendlich war das eine sehr abenteuerliche Konstruktion und ich rechnete schon damit, dass ich irgendwas aus dem vierten Stock schmeiße. Besonders ärgerlich war aber dann, dass die meisten Fotos zu nichts zu gebrauchen waren und ich eben doch noch Innenfotos gemacht habe.

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Die Bändel der Schürze habe ich auch gleich oben wieder eingezogen, so habe ich den farblichen Kontrast auch außen.

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Innen war die Tasche irgendwie doof zu fotografieren.

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Und die Tasche ist schon ein wenig groß geworden. Ich kann aber am Boden nichts mehr weg nehmen, weil es sonst mit den inneren Taschen nicht mehr passt. Und lieber zu groß, als zu klein.

Deshalb musste ein Teddy als Füllstoff dienen und der durfte nun auch mit auf ein Foto.

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Und damit reihe ich mich nun ein bei:

creadienstag

Upcycling-Juni

Taschen und Täschchen

NixPlastix

Birthday Top

Zu meinem vierzigsten Geburtstag bedachten mich viele Internetfreunde reichlich. Ein Teil des Geschenkes habe ich in Stoffe investiert. So landete auch ein Lila Stoff mit Paisley-Muster bei mir. Ok ich sehe da Lila und ich sehe da Paisley-Muster. Offiziell heißt er Dancing Drops aus dem Haus Hamburger Liebe.

Ich wusste schon damals, ich möchte mir daraus ein Top nähen. Nur die zündende Idee fehlte mir. Da ich aber gerade dabei bin meine Stoffberge zu Tops zu verarbeiten, fiel mir der Stoff wieder in die Finger. Sehr passend hatte ich die Tage mal wieder Geburtstag und nähte mir aus dem kostbaren Geschenk ein Birthday Top.

Sonnig war es zum Glück. Wobei ich grundsätzlich immer ein Jäckchen trage, welches ich zum Foto machen ausgezogen habe. Ansonsten wäre es doch auf Dauer ein wenig kühl gewesen?

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Man merkt, ich bin kein wirklich gutes Modell. Es ist so ungewohnt, selbst fotografiert zu werden.

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Leider habe ich mich Abends beim Geburtstagsessen bekleckert und man sieht den Fleck tatsächlich – ich schäme mich ein wenig.

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Und den tollen Stoff möchte ich euch nicht vorenthalten.

Ich finde es eine total schöne Idee aus dem Stoff eines Geburtstagsgeschenkes ein Geburtstagsgeschenk an mich selbst zu nähen. Und bedanke mich hier ganz besonders bei Holger und Andrea, die die damalige Überraschung damals so schön geplant haben. Und mein besonderer Dank geht natürlich auch an jeden, der sich damals an der Aktion beteiligt hat. Ich denke heute noch mit Freude daran.

Ich hopse nun noch schnell zum Creadienstag und für 12 Letters of Handmade Fashion und ihrer Gastgeberin Frühstück bei Emma bewerbe ich mich damit auch mal.

Nun könnte der Sommer kommen oder wie ich auszog Bilder zu machen

Ich habe vor ein paar Wochen ja Pantys gezeigt, die ich nach eigenem Schnitt aus Bettwäsche genäht hatte. Da an einem Bettbezug ziemlich viel Stoff dran ist und mir es das Muster angetan hatte, war klar, daraus wird es noch ein Oberteil geben.

Ich habe das Elchtop als Schnittvorlage verwendet. Wobei klar war, dass neue Top soll unten weiter werden. Da ich aber nirgends wirklich so viel Platz hatte, den Bettbezug auszubreiten, bin ich damit ins Badezimmer umgezogen.

Die Woche zog ich dann los um Bilder zu machen. Beziehungsweise hatte ich meine Kamera eingesteckt, in der Hoffnung einen trockenen Moment zu erwischen. Während ich nun da stand, der Hintergrund halbwegs hübsch war, versuchte ich mich weiter verzweifelt an Selfies. Bis mich eine Passantin ansprach, ob sie ein Foto machen soll. Gesagt, getan.

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Ich hätte gerne mehr von mir und dem Shirt drauf gehabt. Aber das Bild ist zumindest schon mal besser als meine Selbstversuche.

Auf meinem Dielenboden wirken die Farben irgendwie nicht wirklich. Aber da sieht man zumindest das Shirt im Ganzen.

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Als ich heute unterwegs war, traf ich zufällig meinen Vater. Zufällig genau dort, wo ich weitere Fotoversuche unternehmen wollte. Also musste Vatern ran. Die modernen Techniken sind allerdings nicht wirklich sein Ding. Wobei er vor Jahren schon mal mit der Kamera Fotos machen musste und die eigentlich ganz gut waren. Was heute dabei heraus kam, sah ich erst, als ich eben die Speicherkarte einsteckte.

Aber immerhin bin ich ganz zu sehen. Immerhin etwas.

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Damit wandere ich nun zum RUMS und zum Upcycling-Juni.

Das Hemd darf nun einkaufen

Vor ein paar Wochen nahm ich mir ein recht buntes, noch gut erhaltenes, aber absolut unmodernes Hemd aus der Altkleiderkiste mit. Ok ich habe ein Faible für Paisley-Muster, auch wenn das so absolut gar nicht meine Farben sind.

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Schon bald reifte der Gedanke, die Ärmel abzumachen und eine Tasche daraus zu nähen. Wobei das Hemd scheinbar auch mal handgenäht wurde, wie man an den bereits vorhandenen Innennähten sieht.

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Ich habe das Hemd unter den Armen abschnitten. Unten zugenäht – dazu habe ich den Saum erhalten, damit die Tasche nachher nicht ausfranst. Die Knopfleiste vorne habe ich erhalten.

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Die Träger habe ich aus den Armen zusammen gestückelt. Und beim Umnähen des oberen Taschenrandes mit in den Rand genäht.

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Die Tasche auf dem Vorderhemd blieb so ebenfalls erhalten.

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Und bei der Knopfleiste habe ich darauf geachtet, dass ich sie öffnen und schließen kann. So kann man die Tasche zum Befüllen auch einfach aufknöpfen.

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Und hier die Tasche in ihrer ganzen Pracht.

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Eindeutig ein Fall für den Creadienstag und den Upcycling-Juni und Taschen und Täschchen

Und auf Einladung hopse ich auch noch zu NixPlastix. Da passt meine Tasche wirklich hin, aber die Plastikknöpfe trenne ich trotzdem nicht ab 🙂

Origami-Bastelordner

Wie bereits angekündigt, folgt heute die Geschichte rund um das Geburtstagsgeschenk für einen lieben Freund.

An sich sollte das Geburtstagsgeschenk ein Weihnachtsgeschenk sein. Aber allgemeines Lebenschaos, Bastelchaos und keine Ahnung – ihr kennt das ja, Weihnachten kommt immer sooo überraschend. Ich habe es einfach nicht auf die Reihe bekommen und bin dem jungen Mann dankbar, dass er Verständnis hatte. Die obligatorischen Plätzchen gab es aber trotzdem.

Ich habe im letzten Advent entschieden, dann bekommt er es halt zum Geburtstag. Obwohl ich seinen Geburtstag weiß – auch hier, ihr wisst ja, wie überraschend Geburtstage kommen. Ok ich hatte es ausnahmsweise halbwegs im Blick. Grob wusste ich ja, was ich ihm schenken wollte und hatte auch schon diverse Zutaten dafür besorgt. Wenn dann nur alles mal nach Plan laufen würde.

Als ich Letztens meine Stoffkiste offen hatte, um Stoffe für die Utensilos auszusuchen, fielen mir ein schwarzer Stoff und ein Stoff mit Karomuster in die Finger. Passt, dachte ich. Nicht zu bunt. Schwarz passt bei ihm immer.

Geplant war einen alten Leitzordner mit einem Stoffumschlag zu verschönern und den dann zu füllen. Kevin ist ein großer Fan der Origami-Kunst. Deshalb hatte ich schon im Dezember Packpapier gekauft, um Faltpapiere selbst zu machen. Für den Ordner schwebte mir eine Applikation seines Namens vor und irgendwas mit Origamibezug.

Während ich mühsam das Papier zuschnitt, fluchte ich schon innerlich. Ich habe verschiedene Methoden versucht. Mittlerweile weiß ich deshalb auch, dass man Packpapier mit einem Dampfbügeleisen bügeln kann, aber die Knickkanten sichtbar bleiben. Kevin klärte mich zwischenzeitlich darüber auf, ohne dass er meine Beweggründe kannte, dass sich gebügeltes Papier ganz schlecht für Origami-Arbeiten benutzen lässt. Irgendwie ändert sich die Papierstruktur.

Während dem Zuschneiden stellte ich außerdem fest, dass meine Sehkraft wirklich immer mehr Thema für sich wird. Und ich wollte nun ernsthaft einen schwarz-blau-weiß-karierten Stoff applizieren? Mir wurde klar, dass ich da richtig Probleme bekommen würde, weil mir der fehlende Kontrast Schwierigkeiten bereiten würde.

Also habe ich meine Stoffkisten noch mal durch gesehen. Da fiel mir mein Lieblingshemd in die Finger. Ich habe es geliebt und an sich ist es noch ganz, aber ich trage nicht mehr wirklich Hemden. Aber alleine die Farbkombination aus Türkis und Lila – ich liebe diese Kombination. Und das ist definitiv etwas, was typisch für mich ist. Und da ich etwas mit Geschichte machen wollte, war das Hemd eindeutig passend.

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Den Namen applizieren war klar. Aber irgendwie fehlten noch andere Motive. Aber sind Origamifiguren nicht passend? Für mich ist der Kranich etwas ganz typisches. Ich gebe aber zu, mir gefällt die Geschichte dazu und ich habe schon massig Kraniche gefaltet. Viele dürften zu den 1000, mit denen man einen Wunsch bei den Göttern frei hat, nicht mehr fehlen. Als zweites Motiv wählte ich einen Fisch, aus dem einfachen Grund, weil der einfach zu applizieren wäre.

Die Motive waren gewählt. Aus Papier ausgeschnitten, auf Vlieseline übertragen, noch mal ausgeschnitten und dann auf Teile meines Hemdes gebügelt. Dass der schwarze Stoff mal ein Rock werden sollte, sah ich irgendwann mal. Der Rock, den ich als Stoffrest ansah, stammt mal wieder, wie sollte es anders sein, aus einem Altkleidersack.  Die Nähte hätten mich bei der Hülle auch nicht gestört. Ich stellte aber bald fest, dass der ganz eigenartig genäht und gesteckt war, dass sich richtige Wülste bildeten. Nun weiß ich, warum der im Altkleidersack war.

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Ich habe dann die Nähte aufgetrennt. Beim Bügeln stellte ich dann fest, dass man die Nahtstellen deutlich sieht. Also habe ich das gute Stück in die Waschmaschine gesteckt. Danach war er wesentlich besser. Nun konnte es endlich an das Abmessen und Zuschneiden und Applizieren gehen.

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Dazu zog ich einen Leitzordner aus meinem Vorrat. Der Leitzordner ist noch aus der Metzgerei meines Vaters, die nun seit 13 Jahren geschlossen ist. Ich sag ja, das Geschenk wird wirklich ein Teil mit sehr viel Geschichte.

Gefüttert habe ich den Umschlag mit dem Karostoff, der aus einer Stoffrestekiste stand und mir in die Hand gedrückt wurde, damit ich damit was machen, bevor man den Stoff entsorgt. Klar, kein Problem. Innen habe ich noch eine Tasche angebracht, in der man Stifte oder auch ein Falzbein verstauen könnte.

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Beim Überziehen des Umschlages stellte ich fest, dass ich den das nächste Mal ein klein wenig größer nähen sollte. Ansonsten finde ich meinen Ordner wirklich gut gelungen und hoffe sehr, dass Kevin lange daran Freude hat.

Den Ordner habe ich mit den Bastelpapieren gefüllt. Wobei ich befürchte, zu mehr als Übungspapier reichen die nicht. So einfach ist das genaue Zuschneiden dann doch nicht. Aber ich hatte zum Glück noch Origami-Papier im Haus.

Eine CD mit diversen Vorlagen habe ich auch noch gebrannt. Ich behaupte ja mal, dass ich nicht ganz unbegabt bin. Ich wollte die CD passenderweise in einer Origami CD-Hülle verpacken und war nur am Fluchen. Ich habe schlussendlich eine vorhandene CD-Hülle verwendet.

Das Geschenkpapier ist bei generell auch Thema für sich. Es hatte Sterne. Sterne gehen immer – man könnte es allerdings auch als Weihnachtspapier sehen. Obwohl dann passt es ja auch irgendwie wieder oder nicht? Aber ich habe die Angewohnheit Päckchen, die ich versende, in Geschenkpapier einzuwickeln. Als ich zu dem Punkt ankam, fiel mein Blick auf ein ROSA Geschenkpapier mit Prinzessinnen oder so. Ein Freund von mir beklagte sich mal, dass sein Vater Geschenkpapier hortet. Der muss echt zu jedem Anlass das passende Geschenkpapier in allen möglichen Farben gehabt haben. Ich nur so, er kann es gerne mir geben. Daher stammt dieses ROSA Geschenkpapier, was eine recht gute Qualität hat und mir bisher meistens zu schade war. Ich befürchte allerdings, ROSA Geschenkpapier kommt bei Männern nicht so dolle an. Aber irgendwas musste ich machen, was beim Empfänger leichte Panik auslöst. Immerhin bin ich für so was bekannt.

Und apropos Päckchen – Kevin und ich lernten uns auf einer Internetseite kennen. Von einer anderen Userin bekam ich Weihnachten 2014 ein Päckchen geschickt. Diese Kiste musste es nun sein. Von Bayern nach Hessen und von Hessen zurück nach Bayern – finde ich passend.

Beim Versand des Päckchens habe ich noch die rosa Hello Kitty Bettwäsche beigelegt, aus der ich eigentlich Einkaufsbeutel nähen wollte. Aber auf einem Kinderbett sieht sie noch wesentlich toller aus, finde ich.

Alles in allem nun wirklich ein Geschenk mit großer Geschichte.

Und damit eile ich nun noch zum Creadienstag und dem Upcycling-Juni.