Gestatten: Clarence Elch

Auf der Kreativ-Messe Anfang des Monats blieb ich an einem Elch hängen. Genauer gesagt einem Elchkopf auf Pappe, dessen Nase durch ein LED-Teelicht ersetzt war. Die Idee fand ich wirklich herzig. Ich gestehe, mir war die Packung an sich zu teuer.

Das kann ich auch selber, dachte ich mir. Ich habe es mittlerweile bitter bereut, die Bastelpackung nicht gekauft zu haben. So locker und flockig habe ich den Elch nämlich nicht hin bekommen.

Hier mein Prototyp. Ich hatte Sorge, man erkennt nicht, was es ist. Deshalb befragte ich ein paar Leute – bei der zweiten Antwort hatten wir bereits die Lösung. Und eine der Mitraterinnen meinte, der schielt wie Clarence.

Das sind so Momente, in denen ich weiß, dass nicht nur ich älter werden und mich an eigenartige Dinge aus meiner Kindheit erinnere. Kennt ihr denn Clarence auch noch?

Ach ja, Clarence ist auch ein wenig Upcycling – da ich einmal Papierreste verwertet habe und die Rückseite ebenfalls mit Karton verstärkt habe, der sonst mal im Abfall landen würde, weil er einfach nicht mehr wirklich zu gebrauchen ist.

Ich hab leider ein wenig mit dem Klebestift geschmiert und so super genau ist der auch noch nicht – die Herde folgt die nächsten Tage 🙂 Und Aufhänger kommen auch noch dran.

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Mich findet man damit wieder beim Creadienstag und in der Upcycling-Linkliste.

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Weihnachtspostkarten aus der Nähmaschine

Weihnachten naht mit mehr oder weniger großen Schritten. Da mir die zündende Idee für ein Weihnachtsgeschenk noch fehlt, habe ich erst mal weihnachtliche Postkarten genäht.

Ich hatte aus früheren Jahren noch weihnachtliche Stoffreste. Nun habe ich aus beidseitig bügelbarer Vlieseline weihnachtliche Motive grob ausgeschnitten. Diese auf den Stoff gebügelt, dann feiner ausgeschnitten und schlussendlich auf Stoffstücke aufgebügelt. Weihnachtliches Stoffband habe ich auch noch besorgt und bin damit ähnlich verfahren.

Zum Schluss wurden die Stoffstücke auf Fotokarton genäht. Hierzu habe ich mich auch an goldenes Garn gewagt. Keine sonderlich tolle Erfahrung, da sich der Faden ständig geteilt hat. Außerdem verbraucht man unerwartet viel Garn und das steht dann preislich in keiner Relation mehr.

Die Stoffstücke, die als Untergrund dienen, sind natürlich ebenfalls Stoffe von Hosen, Tischdecken und ähnlichem.

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Damit wandere ich nun mal wieder zu creadienstag und zur Upcycling-Linkparty.

 

 

 

 

 

Halloweengruß

Halloween ist zwar rum, aber ich habe da noch eine Arbeit nach zu liefern. Letzte Woche war ich dazu leider nicht fit genug und vorher ging nicht, weil die Karte noch nicht beim Empfänger war.

Alle paar Monate machen wir in einer Community ein Postkartenwichteln. Dieses Mal zum Thema Halloween. Also wollte ich eine passende Karte selber machen. Ein Stoff mit Totenköpfen fand sich auch noch in meinem Fundus. Die Karte ist nun zwar nicht schaurig, aber irgendwie hübsch. Und war durchaus gewollt, dass der Rand ein wenig fransig wird.

Und damit melde ich mich nun bei creadienstag und der Upcycling-Linkparty.

Auf Kopfkino habe ich keinen Zugriff – keine Ahnung warum. Da wird ein Google-Konto verlangt, mit welchem ich leider nicht dienen kann.

#Blogger-fuer-Fluechtlinge

Rechtsherum – wehrt euch

Wie bereits sicherlich bekannt ist, ist eines meiner Steckenpferde der Holocaust. Wobei der Holocaust ja (scheinbar) weit weg ist. Aber Ausländerfeindlichkeit gerade mit Sicherheit ein großes Thema ist. Die Internetwelt läuft gerade über mit Meldungen über brennenden Flüchtlingsunterkünften, Forderungen zur Wiedereröffnung von Auschwitz, braunem Gewäsch in allen Schattierungen und alles unter dem Deckmäntelchen: Wir sind doch nur „Besorgte Bürger“!

Mein besonderes Highlight ist hier ein Bekannter, der über diese (nicht näher definierten) Ausländer herzog, aber dasselbe Verhalten, was er ausländischen Mitbürgern ankreidete, bei deutschen Landsmännern gut fand. Begründet hat er es schlussendlich mit den entschuldigenden Worten: Er sei eben ein kleiner Adolf. Was ich nur trocken damit kommentieren konnte, dass ich dann schon längst in einem KZ vergast worden wäre.

Er fand seine Worte generell so toll, dass er mir das Tage später noch mal sagen musste, wie toll er doch sei. Was von mir nur noch den Kommentar einbrachte, ob ihm klar sei, dass solche Worte mittlerweile ein Kündigungsgrund sein könnte? Er musste tatsächlich bei mir nachfragen: Wegen so ein bisschen Rassismus?

Leider bin ich seit Anfang September krank. Denn ich würde gerne in irgendeiner Weise was für Flüchtlinge machen. Ich war zwischenzeitlich mal ein paar Tage halbwegs gesund und habe versucht meine Fühler nach Möglichkeiten vor Ort auszustrecken, was nicht wirklich gefruchtet hat. Eine direkte Anlaufstelle scheint es hier vor Ort nicht zu geben. Von anderen höre ich leider ähnliches.

Nun stand ich dann mal wieder in der örtlichen Stadtbücherei. Auf harte Kost hatte ich an sich keine Lust und sah mich erstmal im Jugendbuchbereich um. Jugendbücher sind so herrlich leichte Kost. Ich blieb, wie sollte es anders sein, allerdings auch im Bereich Holocaust (irgendwie stehen alle geschichtlichen Romane gemischt zusammen) und Rechtsradikalismus hängen. Kurzgeschichten sind als Buch an sich nicht wirklich mein Ding. Ich dachte mir dann aber, naja die Geschichten sind kurz, passt also zum momentanen Gesundheitszustand und so landete

Rechtsherum- wehrt euch! Geschichten vom Wegsehen und Hinsehen

in meinem Bibliothekskorb.

Ich bin der Meinung, dass auch Berichte über Bücher dieser Art ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit sind. Deshalb werte ich den Bericht als meine kleine Tat gegen Fremdenhass und für eine angenehme Willkommenskultur.

Das Buch ist im Ueberreuther Verlag bereits 2001 erschienen, aber die Thematik veraltet ja an sich nie wirklich. Amazon hat es nur noch gebraucht im Sortiment, für ab 1 Cent. Laut einer Inschrift im Buch ist das 160 Seiten starke Werk im Bereich Rechte Gewalt einsortiert und irgendwie gefällt es mir, dass die hiesige Stadtbücherei dafür eine eigene Abteilung zu haben scheint.

Im Vorwort schreibt Sybil Gräfin Schönfeldt: Wehret den Anfängen! Sie erzählt kurz wie es damals war 1933. Zitat: Diejenigen, die Flucht und Konzentrationslager überlebten, sagten nach 1945: Unsere Feinde kannten wir ja. Von ihnen haben wir nichts anderes erwartet. Aber dass uns unsere Freunde verraten haben, das war bitter!  Mich haben die Worte, in Kombination mit dem vorausgegangen Text ziemlich nachdenklich gemacht.

Das Buch besteht aus 12 Kurzgeschichten und einem Gedicht verschiedener Autoren. Ich kenne bewusst keinen der Autoren, was aber dem Lesegenuss ja keinen Abbruch tut. Wobei die Titel der Kurzgeschichten teilweise sehr aussagekräftig sind. Feiglinge, Haken-Kreuz-Fahrt, Seine schöne Haut, um nur mal ein paar zu nennen.

Über eine Inhaltsseite kann man die einzelnen Kurzgeschichten einzeln auswählen. Ich habe allerdings vorne angefangen. Das Gedicht habe ich nur grob überflogen, denn Gedichte sind leider nur selten meine Welt.

Ohne auf den Inhalt nun näher einzugehen, weil eine Nacherzählung oder Inhaltsangabe von Kurzgeschichten meistens länger als der eigentliche Text sind, beschreiben die meisten Texte schon fast Alltagssituationen, die fast jedem Jugendlichen passieren können.

Ob es nun der Sohn deutscher Eltern, der wegen des Berufes des Vaters in Kopenhagen lebt und mit „Freunden“ einen Schabernack bei einem türkischen Gemüsehändler plant oder der Straßenjunge, der von einem Deutschen aufgenommen wird oder dem Trennungskind, der der den neuen Lebensgefährten der kranken Mutter nicht ertragen kann, die Geschichten laden durchaus zum Nachdenken an. Es wird auch von D-Mark gesprochen und an dem Punkt wird einem erst bewusst, wie alt das Buch sein könnte, da die Geschichten durchaus auch im Jahre 2015 spielen könnten.

Klar heraus gestellt wird in einer Geschichte auch die Rolle der Frau im Nationalsozialismus und auch in der rechten Szene. Da gerade im Rahmen der Debatte über Flüchtlinge ein Argument ja immer wieder ist, dass gerade in muslimischen Haushalten die Frau nichts zu sagen hat, beziehungsweise sich viele auch daran hoch ziehen, dass die männlichen Flüchtlinge in der Überzahl sind, passt das in meinen Augen recht gut. Ich gestehe allerdings, ich hatte an die Rolle der Frau nie wirklich einen Gedanken verschwendet, da ich doch relativ gleichberechtigt aufgewachsen bin. Aber auch im Nationalsozialismus war die Rolle der Frau ja eher die des Heimchens am Herd, die dem Führer möglichst viele Kinder gebären sollte und an sich sonst nichts zu melden hatte.

Die letzte Geschichte endet damit, dass ein Jugendlicher einen geplanten Angriff auf ein türkisches Restaurant durch einen anonymen Hinweis bei der Polizei verhindert. In dem Zusammenhang wird auch Exit genannt. Exit ist eine Organisation, die Jugendlichen und auch Erwachsenen dabei hilft, aus der rechtsextremen Szene auszusteigen. Es werden Telefonnummern und eine Webseite genannt. Ein für mich wirklich wichtiger Hinweis.

In manchen Geschichten werden spezielle Begriffe in den Fußnoten erklärt. Zum Beispiel welche Bedeutung die Zahl 88 hat. Auch anderssprachige Passagen werden durch Fußnoten ersetzt.

Sehr schön wird auch gezeigt, wie es ist Mitläufer zu sein. Wie viele Gedanken man sich aber trotzdem macht oder machen kann. Ist es richtig, was man da macht? War der dunkelhäutige Junge, den man nun disst nicht früher mein Freund? Habe ich in Berlin-Kreuzberg die vielfältige Kultur nicht auch gemocht?

Ich gebe aber ehrlich zu, ich habe mich durchaus an manchen Stellen gefragt, ob ich mir als Teenager über die angesprochenen Punkte Gedanken gemacht hätte. Klar aus der Sicht heute, sind die Gedankengänge, die im Buch dargelegt werden, wirklich ansprechend und nachvollziehbar.

Allerdings bin ich als Kind der 70er Jahre Mitte/Ende der 80er Jahre Teenager gewesen. Somit also der Zielgruppe entsprechend. Der Holocaust wurde während meiner Realschulzeit so gut wie tot geschwiegen. Der zweite Weltkrieg, wenn überhaupt, nur kurz angerissen. Allerdings war der Ausländeranteil damals doch sehr gering. Und sie wurden meistens gleichwertig behandelt. Sprich, dass was man nun in den Medien kennt, war damals für uns kaum ein Thema.

Abschließend wäre als Fazit zu sagen, dass das Buch mit Sicherheit zum Denken anregt. Nicht nur bei Teenagern, sondern auch bei bereits volljährigen Lesern.

Ich veröffentliche den Bericht nun ausgerechnet heute am 9.11. 1938 brannten deutschlandweit Synagogen und Geschäfte jüdischer Mitbürger. In der heutigen Zeit ist die Mahnung also durchaus passend!

Exit hat eine Webseite: Exit

Da ich gesundheitlich immer noch nicht fit bin, ist das mein Beitrag zu #BloggerFuerFluechtlinge!