Origami-Bastelordner

Wie bereits angekündigt, folgt heute die Geschichte rund um das Geburtstagsgeschenk für einen lieben Freund.

An sich sollte das Geburtstagsgeschenk ein Weihnachtsgeschenk sein. Aber allgemeines Lebenschaos, Bastelchaos und keine Ahnung – ihr kennt das ja, Weihnachten kommt immer sooo überraschend. Ich habe es einfach nicht auf die Reihe bekommen und bin dem jungen Mann dankbar, dass er Verständnis hatte. Die obligatorischen Plätzchen gab es aber trotzdem.

Ich habe im letzten Advent entschieden, dann bekommt er es halt zum Geburtstag. Obwohl ich seinen Geburtstag weiß – auch hier, ihr wisst ja, wie überraschend Geburtstage kommen. Ok ich hatte es ausnahmsweise halbwegs im Blick. Grob wusste ich ja, was ich ihm schenken wollte und hatte auch schon diverse Zutaten dafür besorgt. Wenn dann nur alles mal nach Plan laufen würde.

Als ich Letztens meine Stoffkiste offen hatte, um Stoffe für die Utensilos auszusuchen, fielen mir ein schwarzer Stoff und ein Stoff mit Karomuster in die Finger. Passt, dachte ich. Nicht zu bunt. Schwarz passt bei ihm immer.

Geplant war einen alten Leitzordner mit einem Stoffumschlag zu verschönern und den dann zu füllen. Kevin ist ein großer Fan der Origami-Kunst. Deshalb hatte ich schon im Dezember Packpapier gekauft, um Faltpapiere selbst zu machen. Für den Ordner schwebte mir eine Applikation seines Namens vor und irgendwas mit Origamibezug.

Während ich mühsam das Papier zuschnitt, fluchte ich schon innerlich. Ich habe verschiedene Methoden versucht. Mittlerweile weiß ich deshalb auch, dass man Packpapier mit einem Dampfbügeleisen bügeln kann, aber die Knickkanten sichtbar bleiben. Kevin klärte mich zwischenzeitlich darüber auf, ohne dass er meine Beweggründe kannte, dass sich gebügeltes Papier ganz schlecht für Origami-Arbeiten benutzen lässt. Irgendwie ändert sich die Papierstruktur.

Während dem Zuschneiden stellte ich außerdem fest, dass meine Sehkraft wirklich immer mehr Thema für sich wird. Und ich wollte nun ernsthaft einen schwarz-blau-weiß-karierten Stoff applizieren? Mir wurde klar, dass ich da richtig Probleme bekommen würde, weil mir der fehlende Kontrast Schwierigkeiten bereiten würde.

Also habe ich meine Stoffkisten noch mal durch gesehen. Da fiel mir mein Lieblingshemd in die Finger. Ich habe es geliebt und an sich ist es noch ganz, aber ich trage nicht mehr wirklich Hemden. Aber alleine die Farbkombination aus Türkis und Lila – ich liebe diese Kombination. Und das ist definitiv etwas, was typisch für mich ist. Und da ich etwas mit Geschichte machen wollte, war das Hemd eindeutig passend.

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Den Namen applizieren war klar. Aber irgendwie fehlten noch andere Motive. Aber sind Origamifiguren nicht passend? Für mich ist der Kranich etwas ganz typisches. Ich gebe aber zu, mir gefällt die Geschichte dazu und ich habe schon massig Kraniche gefaltet. Viele dürften zu den 1000, mit denen man einen Wunsch bei den Göttern frei hat, nicht mehr fehlen. Als zweites Motiv wählte ich einen Fisch, aus dem einfachen Grund, weil der einfach zu applizieren wäre.

Die Motive waren gewählt. Aus Papier ausgeschnitten, auf Vlieseline übertragen, noch mal ausgeschnitten und dann auf Teile meines Hemdes gebügelt. Dass der schwarze Stoff mal ein Rock werden sollte, sah ich irgendwann mal. Der Rock, den ich als Stoffrest ansah, stammt mal wieder, wie sollte es anders sein, aus einem Altkleidersack.  Die Nähte hätten mich bei der Hülle auch nicht gestört. Ich stellte aber bald fest, dass der ganz eigenartig genäht und gesteckt war, dass sich richtige Wülste bildeten. Nun weiß ich, warum der im Altkleidersack war.

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Ich habe dann die Nähte aufgetrennt. Beim Bügeln stellte ich dann fest, dass man die Nahtstellen deutlich sieht. Also habe ich das gute Stück in die Waschmaschine gesteckt. Danach war er wesentlich besser. Nun konnte es endlich an das Abmessen und Zuschneiden und Applizieren gehen.

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Dazu zog ich einen Leitzordner aus meinem Vorrat. Der Leitzordner ist noch aus der Metzgerei meines Vaters, die nun seit 13 Jahren geschlossen ist. Ich sag ja, das Geschenk wird wirklich ein Teil mit sehr viel Geschichte.

Gefüttert habe ich den Umschlag mit dem Karostoff, der aus einer Stoffrestekiste stand und mir in die Hand gedrückt wurde, damit ich damit was machen, bevor man den Stoff entsorgt. Klar, kein Problem. Innen habe ich noch eine Tasche angebracht, in der man Stifte oder auch ein Falzbein verstauen könnte.

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Beim Überziehen des Umschlages stellte ich fest, dass ich den das nächste Mal ein klein wenig größer nähen sollte. Ansonsten finde ich meinen Ordner wirklich gut gelungen und hoffe sehr, dass Kevin lange daran Freude hat.

Den Ordner habe ich mit den Bastelpapieren gefüllt. Wobei ich befürchte, zu mehr als Übungspapier reichen die nicht. So einfach ist das genaue Zuschneiden dann doch nicht. Aber ich hatte zum Glück noch Origami-Papier im Haus.

Eine CD mit diversen Vorlagen habe ich auch noch gebrannt. Ich behaupte ja mal, dass ich nicht ganz unbegabt bin. Ich wollte die CD passenderweise in einer Origami CD-Hülle verpacken und war nur am Fluchen. Ich habe schlussendlich eine vorhandene CD-Hülle verwendet.

Das Geschenkpapier ist bei generell auch Thema für sich. Es hatte Sterne. Sterne gehen immer – man könnte es allerdings auch als Weihnachtspapier sehen. Obwohl dann passt es ja auch irgendwie wieder oder nicht? Aber ich habe die Angewohnheit Päckchen, die ich versende, in Geschenkpapier einzuwickeln. Als ich zu dem Punkt ankam, fiel mein Blick auf ein ROSA Geschenkpapier mit Prinzessinnen oder so. Ein Freund von mir beklagte sich mal, dass sein Vater Geschenkpapier hortet. Der muss echt zu jedem Anlass das passende Geschenkpapier in allen möglichen Farben gehabt haben. Ich nur so, er kann es gerne mir geben. Daher stammt dieses ROSA Geschenkpapier, was eine recht gute Qualität hat und mir bisher meistens zu schade war. Ich befürchte allerdings, ROSA Geschenkpapier kommt bei Männern nicht so dolle an. Aber irgendwas musste ich machen, was beim Empfänger leichte Panik auslöst. Immerhin bin ich für so was bekannt.

Und apropos Päckchen – Kevin und ich lernten uns auf einer Internetseite kennen. Von einer anderen Userin bekam ich Weihnachten 2014 ein Päckchen geschickt. Diese Kiste musste es nun sein. Von Bayern nach Hessen und von Hessen zurück nach Bayern – finde ich passend.

Beim Versand des Päckchens habe ich noch die rosa Hello Kitty Bettwäsche beigelegt, aus der ich eigentlich Einkaufsbeutel nähen wollte. Aber auf einem Kinderbett sieht sie noch wesentlich toller aus, finde ich.

Alles in allem nun wirklich ein Geschenk mit großer Geschichte.

Und damit eile ich nun noch zum Creadienstag und dem Upcycling-Juni.

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Ein Gedanke zu „Origami-Bastelordner

  1. Der Ordner ist ja Hammerstark geworden. Einfach super dieses Geschenk.
    danke fürs teilen ❤
    liebe grüße
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