Statementkugelschreiber oder wie aus rechts links wurde

Dieser Beitrag enthält Werbung, weil ich Parteien und Orte nennen werde.

Vor jeder Wahl mache ich mir einen Spaß daraus, bei den Wahlwerbeständen, die samstäglich in der Innenstadt zu finden sind, eine Runde zu drehen. Ziel ist immer ein Kurzwahlprogramm zu bekommen und dann sammle ich diverse Gimmiks.

Ich spotte dann regelmäßig, dass ich die Partei, mit den schönsten Kugelschreibern wählen werde. Was mir schon mal Spott eines guten Freundes einbrachte, was ich denn machen würde, wenn eine der rechten Parteien tolle Kugelschreiber hätte. Nun ja, zu meinem Glück war das bisher nie ein Problem, da die rechten Parteien NIE irgendwas außer Wahlwerbung hatten.

Mittlerweile hat sich Wahlwerbung geändert. Unter anderem finden sich mittlerweile nicht mehr nur Kugelschreiber an den Ständen. Ab und an gibt es wirklich schöne Dinge, mit denen um Wähler geworben wird. Wobei mich das weiterhin wenig beeindruckt. Mir ist mittlerweile unter anderem wichtig, wie die Parteien mit ihren potentiellen Wählern umgehen. Dabei hat sich eine der großen Parteien leider vor der letzten Bundestagswahl bei mir ins Aus geschossen.

Leider habe ich dieses Jahr erst letzten Samstag die Zeit gefunden, die Wahlwerbestände zu besuchen. Ziel waren vor allem Kurzwahlprogramme. So ganz schlüssig bin ich mir nämlich noch nicht, wen ich am nächsten Sonntag wählen werde. Ok es gibt eine kleine Liste, wen ich auf keinen Fall wählen werde.

Mein Vater wollte mich vom Stand der AfD schon weg ziehen. Aber wenn schon, denn schon. Ich wollte ja von allen Parteien ein Wahlprogramm. Vor der Bundestagswahl bin ich mit dem Flyer der AfD wieder zurück und habe den Wisch einer Dame wieder in die Hand gedrückt, mit den Worten, so was will ich nicht daheim haben.

Dieses Jahr hat sich meine Einstellung geändert. Jedes Teil, was den Wahlwerbestand der AfD verlässt und bei Leuten, wie mir landet, schmälert das Sortiment der Partei. Denn es ist klar, ich werde weder die AfD wählen, noch werde ich den Flyer irgendwie im Sinne der Partei verwenden. Und ich hatte irgendwie im Hinterkopf, davon gelesen zu haben, dass es eine Organisation gibt, die Flyer der AfD sammelt und dafür etwas an Exit spendet. Nun ja, ich dachte und so weiter – ich finde die Aktion nicht mehr.

Exit ist eine Organisation, die Menschen dabei unterstützt, aus der rechten Szene auszusteigen. Finde ich eine gute Sache. Ganz besonders toll fand ich den Spendenlauf, der bei einem Aufmarsch Rechter in Wunsiedel.

Aber zurück nach Wiesbaden und dem Wahlkampf. Die AfD hatte tatsächlich Kugelschreiber. Ein Grund mehr, den Stand zu besuchen. Ich überlegte vorher noch, ob ich meinen Rucksack mit dem großen Peace-Zeichen meinem Vater in die Hand drücken sollte. Man beäugte mich zwar ein wenig, aber ich bekam sowohl das Kurzwahlprogramm, wie auch einen Kugelschreiber.

Ach ja, die Zugabe an Gimmicks war dieses Jahr bei allen Parteien eher mau. Was aber auch daran liegen könnte, dass ich doch ziemlich spät dran war. Dafür überraschte mich eine Partei, mit ihrer wirklich freundlichen Art. Obwohl man noch nicht fertig aufgebaut hatte, haben Mitglieder von Die Linken mir freundlich ein Kurzwahlprogramm raus gesucht und ich wurde gefragt, ob ich auch einen Kugelschreiber möchte. Und das ohne das ich danach gefragt hatte.

Als ich Nachmittags dann bei Freunden Online davon berichtete, dass ich nun einen AfD Kugelschreiber habe, waren die Meinungen gemischt. Wobei man an sich meine Einstellung zu der Partei ganz genau kennt. Aber jemand, von dem ich es nicht erwartet hatte, gab den entscheidenden Tipp. Ich soll den halt aufhübschen, meinte man zu mir.

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Am Sonntag hat es mir sehr viel Freude gemacht, aus dem Kugelschreiber etwas passendes zu machen. Mit Word habe ich einen passenden Schriftzug erstellt, einen Regenbogen hinzugefügt und habe das ausgedruckt, ausgeschnitten und um den Kugelschreiber geklebt.

Nun passt der Kugelschreiber eindeutig besser zu mir. Vielen Dank liebste AfD, dass ihr mir so sehr geholfen habt, meine Meinung so klar deutlich zu machen!

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Eine Bekannte, die den Kugelschreiber schon live sehen durfte, meinte dazu nur: Nun kann man mit dem Stift endlich schreiben!

Ich finde, das ist ein wirklich tolles Upcycling-Objekt oder nicht? Ich brauche nun eindeutig noch mehr Kugelschreiber!

Deshalb findet ihr mich diese Woche beim Creadienstag und beim Upcycling-Oktober.

 

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Rock gegen Rechts – auch eine Form von #Wirsindmehr

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In Hessen finden dieses Jahr noch Wahlen statt und somit geht es gerade ein wenig rund. Vor ein paar Wochen besuchte ich schon eine Demonstration in Wiesbaden gegen die AfD im Landtag. Da wurden Jugenderinnerungen an die Friedensbewegung Anfang der 90er Jahre wach. Schon damals besuchte ich immer wieder Demonstrationen gegen Rechts.

Das Thema ist nun leider wieder sehr aktuell und es freut mich, dass sich gerade so viele Menschen positionieren. Auf besagter Demo wurde auch auf Rock gegen Rechts am 1.9. in Frankfurt aufmerksam gemacht.

Erster Gedanke: Boah geil, muss ich hin. Die nächsten Tage kam ich eher ins Wanken. Traute ich mir das noch zu? So viele Menschen, so große Stadt? Nach dem es dann in Chemnitz knallte, war mir klar, ich muss nach Frankfurt. In meinen Augen ist jeder Mensch wichtig, der sich in irgendeiner Form klar gegen Rechts zeigt. Und da ist so eine Veranstaltung doch eine klare Botschaft.

So fragte ich mal bei Online-Freunden nach, ob wer Lust hat mit zu gehen. Und so halbspontan entschieden sich zwei sehr nette Frauen mit zu gehen.

Am Donnerstag präparierte ich aber erst mal meinen Rucksack. Irgendwie schoss mir der Gedanke durch den Kopf, dass sich ein Peace Zeichen wunderbar auf meinem schwarzen Rucksack machen würde und nach dem ich tagelang mit der Idee schwanger ging, schritt ich zur Tat.

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Appliziert aus einem Lila Stoff mit Blumen. Das war irgendwann mal eine Bluse, die ich bereits zerkleinert hatte, um den Stoff zu was Neuem zu verarbeiten. Und so ein wenig Flower-Power ist doch durchaus passend oder nicht?

Am Samstag ging es gegen Mittag dann los. Rucksack gepackt, Bus und S-Bahn. Zum Glück kenne ich mich in Frankfurt ein wenig aus und so fand ich den Opernplatz recht einfach. Auch meine Verabredungen kamen bald. Schon irgendwie faszinierend, wir kennen uns seit vielen Jahr aus einer Community, aber ich hatte beide noch nie getroffen und erkannte beide trotzdem sofort.

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Der Opernplatz füllte sich nach und nach immer mehr. Menschen, jeden Alters, verschiedener Nationalitäten waren zu sehen. Und alles ging so friedlich ab. Im eher konservativen Wiesbaden wäre das so wahrscheinlich gar nie möglich. Also friedlich wäre es in Wiesbaden auch gewesen, aber ob man da so viele Generationen zusammen bekommen hätte?

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Das Wetter spielte auch mit. Nicht so heiß, wie die letzten Wochen, aber auch noch nicht so kühl, wie es sonst der September so mit sich bringt. Also wirklich passend. So passend, dass wir nach einem kurzen Abstecher auf das Weinfest in der Fressgass´und einem Besuch der Stände rund um den Opernplatz, dem Konzert auf einer angrenzenden Wiese lauschten.

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Der Opernplatz liegt ja direkt bei den Bank Türmen und ich finde es total schön, wie viel grün in der Gegend doch zu sehen ist. Wobei ich den Opernplatz, mit der Alten Oper und den vielen Altbauten und alten Lampen irgendwie ja schöner finde.

Ich selber bin ja ganz stolz darauf, dass Alex im Westerland fast heutnah sehen konnten. Ich wäre alleine NIE so nah an die Bühne gegangen.

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Viele Fotos habe ich nicht gemacht. Wir waren mehr mit uns und dem Konzert beschäftigt. Deshalb musste ich gestern jemand bitten, doch ein Tragefoto meines Rucksacks zu machen.

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Wie man sehen kann, ist das Denkmal von Erdogan zwischenzeitlich entfernt worden. Ok zwischenzeitlich ist hoch gegriffen. Noch in der Nacht meines letzten Posts musste die Feuerwehr Erdogan entfernen, da es zu Ausschreitungen kam. Ich habe den Schritt ehrlich gesagt sehr begrüßt.

Chemnitz ist leider für eine Besuch bei #Wirsindmehr zu weit entfernt gewesen.

Ich bedanke mich bei meinen beiden netten Begleiterinnen, die den Tag zu etwas ganz Besonderem gemacht haben. Das werden wir sicherlich mal irgendwann wiederholen!

Ein großes Lob an die Veranstalter und allen Beteiligten. Geile Show!

Und somit reihe ich mich ein beim Creadienstag und dem Upcycling-September.