Enttäuschung auf der Kreativ-Messe Wiesbaden

Werbung, da Veranstaltungsnennung.

Als ich letztes Jahr zum ersten Mal die neue Kreativ-Messe im neu erbauten Rhein-Main-Congress-Center besuchte, war ich schon ein wenig enttäuscht. Im Vergleich zu den Messen früher in der Rhein-Main-Halle eben kein Vergleich. Aber ok, das war das erste Jahr und da schaut man, bzw. zumindest ich, über manches hinweg.

Nach dem ich im letzten Jahr ziemlich schlechte Erfahrungen mit dem angepriesenen Vorverkauf hatte, war ich dieses Jahr schlauer und bin die Tage zur Tourist Information gelatscht, um eine Eintrittskarte im Vorverkauf zu kaufen. So zog ich heute mit einem großen Rucksack, für die vielen erhofften Käufe, ausreichend Geld und guter Laune los.

Die erste Runde hatte ich relativ flott durch. Wobei ich nicht wirklich schnell bin, eher getrödelt habe – aber so wirklich was war bis dahin für mich nicht mit dabei. Aber hee, da ging es doch vorhin noch in den ersten Stock. Aber erst mal machte ich in aller Ruhe eine sehr ausgiebige Zigarettenpause und suchte dann die Toilette. Zum Glück wusste ich noch aus dem letzten Jahr, wo in etwa die betreffenden Örtlichkeiten sind.

Die Toiletten waren relativ sauber. Schöner wäre es gewesen, wenn auch alle Türen funktioniert hätte. Während ich mein Geschäft erledigte, hörte ich andere Frauen leicht fluchen, weil sie die Türen nicht geschlossen bekamen. Ich selbst hatte leicht Panik, weil ich aus meiner Kabine nur schwer raus kam. Die Tür klemmte extrem.

Während der Zigarettenpause hörte ich schon verschiedene Leute sich über die Messe unterhalten. Und alle klangen sehr enttäuscht. Da dachte ich noch, soo schlecht war die erste Halle nicht, da kann es nur noch besser werden.

Nun ging es erwartungsvoll in den ersten Stock. Ich sah mich schon im Woll- und Stoffhimmel. Nun ja, dort wurden die Torten des Tortenwettbewerbs ausgestellt. Immerhin waren es dieses Jahr mehr Torten als letztes Jahr. Ich hätte mir aber gewünscht, dass dort noch irgendwelche Informationen zu finden gewesen wären, warum dort nun dekorative Torten rumstehen. Nicht jeder ist mit dem Programm vertraut. Ich selbst wusste das Thema nämlich auch nicht mehr.

Ein paar Meter weiter wurden dann die genähten Werke des Nähwettbewerbs gezeigt. Auch hier ohne jegliche Informationen. Ich bin da erst die Tage durch Zufall drüber gestoßen, dass es einen Nähwettbewerb gab. Aber das Thema wusste ich auch hier nicht mehr. Das hätte man, genauso wie bei den Torten, wirklich liebevoller gestalten können.

Ein Stück weiter kam man in einen relativ kleinen Raum, in dem es scheinbar das Bühnenprogramm geben sollte. Es war aber erst 12.45 Uhr und die erste Vorführung sollte um 13.15 Uhr stattfinden. So lange wollte ich dann dort doch nicht warten. Wobei da auch keine Bühne war, sondern nur eine Leinwand. Aber in dem kleinen Raum hätten nicht wirklich viele Menschen Platz gefunden. Und es wäre generell sehr beengt gewesen, da die Stuhlreihen dicht an dicht standen.

Mehr war oben nicht zu finden. Deshalb bin ich erst Mal wieder runter und habe eine weitere Runde in der ersten Halle begonnen. Danach wollte ich mich kundig machen, ob es wo anders noch was gibt.

Am ersten Stand, an dem ich mich dann umschaute, bekam ich dann mit, dass eine andere Kundin zu der Verkäuferin was sagte, dass das ja nur eine Halle sei. Da wurde ich hellhörig. Ich drehte mich um und fragte nach. Die Kundin bestätigte ihre Aussage und die Verkäuferin meinte nur, sie hat das schon gehört und hofft, dass der Eintrittspreis gemindert worden sei. Was aber nicht der Fall war.

Bis dahin hatte ich noch kein Stück gekauft. Ich drehte dann in Ermangelung einer guten Alternative noch eine zweite Runde. Schon in der ersten Runde war es zwar gefüllt, aber nicht sonderlich voll. Meine zweite Runde lief noch entspannter ab, weil es mittlerweile relativ leer war.

Ich habe schlussendlich eine Zeitschrift gekauft und eine Keksausstecher. Wobei der Keksausstecher schon so ein halber Frustkauf war. Ich habe dann noch eine Zigarettenpause eingelegt und hab relativ unmotiviert noch eine halbe Runde begonnen. An einem Stand hätte ich eventuell aus Frust noch was gekauft. Da hat der Verkäuferin aber bereits eine andere Kundin angepampt, dass ich mir das nicht auch noch geben wollte. Der war sicherlich auch bereits über das negative Feedback vieler Messebesucher enttäuscht.

Schlussendlich war ich maximal 2 Stunden dort. Habe nicht wirklich was gekauft. Hatte auch nicht wirklich Spaß. Mir ist klar, dass man das Rad nicht neu erfinden kann und ich weiß vorher, dass die Chancen, dass ich was für mich Neues und Tolles entdecke zu 0 tendieren. Ich habe nicht viel Geld, deshalb halten sich meine Einkäufe bei solchen Aktionen generell im Rahmen. Aber ich habe nur deshalb nichts gekauft, weil es nichts gab, was ich hätte haben wollen.

In dem genannten Vorführraum hätte man eine Nähmaschine gewinnen können. Dazu hätte man aber bis 16 Uhr warten müssen. Ich habe um kurz nach 14 Uhr die Messe wieder verlassen, als ich das gelesen hatte, war es noch nicht mal 13 Uhr. Die Zeit hätte ich beim besten Willen dort nicht totschlagen können, da wäre ich eher an Langweile gestorben.

Eine Standbetreiberin erzählte mir, dass sie vom Veranstalter erzählt bekommen haben, dass es im letzten Jahr zwei Hallen gewesen seien. Allerdings seien in den beiden Hallen auch die Essensstände und die Bühne gewesen. Beides habe man ja nun wo anders untergebracht und deshalb würde es nur eine Halle geben.

Ich bin bitter enttäuscht und da war ich nicht die Einzige, da ich viele andere Besucher enttäuscht haben erzählen hören. Mir tut es mittlerweile leid um die Zeit, die ich dort verschwendet habe und auch um das Eintrittsgeld. Das nächste Jahr werde ich mir den Besuch sicherlich sehr, sehr, sehr gut überlegen!

Der Veranstalter hat mir zwischenzeitlich ein Gast-Ticket für nächstes Jahr angeboten. Meine Kritik hat er aber nicht öffentlich sichtbar veröffentlicht, was ich irgendwie schade finde, da ich auch von anderen Besuchern weiß, die bitter enttäuscht wurde.

Der Veranstalter teilte mir außerdem mit, dass es ja nicht wirklich wenig Aussteller seinen. Im Vergleich haben sich im letzten Jahr dort 180 Händler präsentiert und dieses Jahr 130. Ich finde 50 Aussteller weniger macht schon einen Unterschied oder nicht?

Der Termin war auch nicht wirklich schlau gewählt. In Wiesbaden fand am selben Wochenende ein Ostermarkt mit Kunsthandwerkermarkt statt. Am Sonntag fand außerdem der Stoffmarkt statt.

Dort wurde ich dann auch fündig und habe relativ viel gekauft. Zumindest für meine Verhältnisse.  Wie man sieht sehr sternenlastig und alles in Lila oder Türkis.

stoffmarkt2019

Und auch wenn der Stoffmarkt gegenüber einer Kreativ-Messe ja eher eine Massenabfertigung ist, habe ich mich dort wesentlich besser aufgehoben gefühlt und empfand die ganze Veranstaltung wesentlich liebevoller gestaltet als die Kreativ-Messe.

Und damit reihe ich mich nun beim Creadienstag ein.