Biennale in Wiesbaden – Ist das Kunst oder kann das weg?

Dieser Beitrag wird unbezahlte Werbung enthalten und ganz viel eigene Meinung.

In Wiesbaden läuft seit dem 23.8. die Biennale. Ehrlich gesagt, verstehe ich den Sinn und Zweck dieser Veranstaltung nicht wirklich, aber es geht in irgendeiner Form um Kunst und somit um das Kreativ sein. Und ich warne euch vor, es kommt eine Bilderflut!

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Thema des Ganzes ist: BAD NEWS. In meinen Augen würde auch was wäre wenn passen. Denn das beschreibt es irgendwie passender. Wobei schlechte Nachrichten auch passt.

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So ist in das Theater ein REWE eingezogen. Wobei man hier auch den Namen nachgenutztes Theater verwendet. Was an sich so viel Aussagen soll wie: Was könnte mit dem Theater passieren, wenn es kein Theater mehr ist. Außerdem gibt es ein Autokino im oder am Theater und ein Pornokino.

In der seit Jahren leerstehenden City-Passage findet auch irgendwas statt. Hier irgendwie passend, da die einstmal ansehnliche Passage eben seit Jahren leer steht und immer mehr zum Schandfleck Wiesbadens wird.

Heute Nacht ging es dann schon durch die Sozialen Medien, dass am Platz der Deutschen Einheit eine goldene Statur von Erdogan stehen würde. Ich hielt das für einen dummen Scherz und die Bilder für gute Fotomontagen. Und würde ich nicht im vierten Stock ohne Aufzug wohnen, wäre ich wohl selber noch mal runter, um nach zu sehen.

Bis ich heute gegen Mittag aus dem Haus bin, war schon klar, es stimmt. Und da ich eh in die Richtung musste und selbst wenn ich nicht in die Richtung gemusst hätte, DAS musste ich mir ansehen.

Da steht er nun, alleine und gülden und umvölkert von Schaulustigen.

Passenderweise hat jemand ein Grablicht und ein Schild mit der Aufschrift Pressefreiheit an das Denkmal gelegt.

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So viele Menschen hab ich dort noch nie gesehen und erst Recht nicht sooo viele Menschen, die Fotos gemacht haben.

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Auch der Verkehr, der dort eh schon durch ein Nadelöhr fährt, wurde in Mitleidenschaft gezogen. Autos in 2. Reihe, aus denen die Fahrer ausstiegen, um sich das Denkmal anzusehen.

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Nach meinem dienstäglichen Sport fuhr ich weiter zum Theater, weil ich mir den REWE unbedingt ansehen musste.

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Außen groß angekündigt muss man erst die Treppen hoch und dann durch die Theaterkollonaden, um zum Eingang zu kommen. Aber riesige Fahnen tragen dazu bei, dass man den Eingang nicht verfehlen kann.

Innen sieht das schon irgendwie faszinierend aus. Das eher barocke Theater und dann die moderne Ladeneinrichtung.

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Wahrscheinlich sind mehr Leute dort um Fotos zu machen, als zum Einkaufen. Was ich auch durchaus verstehen kann.

Faszinierend fand ich, wie die Einrichtung in das Theater eingepasst wurde.

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Und auch diverse Elemente das Theaters mit einbezogen wurden.

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Auf dem Heimweg musste ich ja noch mal bei Herrn Erdogan vorbei. Nicht nur ich wurde von der Statur wie magisch angezogen.

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Ob sich die Leute, die sich davor fotografieren lassen, wohl alle im Klaren darüber sind, wer er ist?

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Aber ich die Presse war fleißig rund um das Denkmal beschäftigt, auch am späten Nachmittag noch.

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Und ich zog dann so langsam mal von dannen und „bewunderte“ die Rückseite des Denkmals.

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Tja, ist das Kunst oder kann das weg? um mal meinen Überschrift wieder aufzugreifen. Aufmerksamkeit hat die Aktion auf alle Fälle gefunden. Der Standort könnte auch nicht besser gewählt sein, denn immerhin wurde der Platz in der jetzigen Form mal geschaffen, um das Westend mit der Innenstadt zu verbinden. Ok das hat man definitiv nicht geschafft. Das Westend an sich, heißt bei uns Wiesbadenern Klein Istanbul, ohne das in irgendeiner Form als wertend zu sehen.

Ich selber stehe Erdogan kritisch gegenüber. Denn mir sind Werte wie Freiheit in allen Formen sehr wichtig. Auch in Anbetracht der Vorfälle in Chemnitz die letzten Tage, finde ich es nicht wirklich ratsam, da noch in irgendeiner Form Salz in die Wunden zu streuen.

Ein Denkmal, eines Mannes, der so weit ab von dem deutschen Rechtssystem ist, in Wiesbaden, ist aber definitiv eine Bad News. Somit zwar durchaus passend. Ich selber finde aber, damit wurde eine Grenze überschritten. Aber ich denke, darüber sind viele Wiesbadener gerade nicht immer einer Meinung.

Und ich befürchte, man wird noch weitere Schlechte Nachrichten in den nächsten Tagen sehen.

Aber einen Zweck hat das Denkmal auf alle Fälle erfüllt, man denkt mal nach.

In diesem Sinne, weil kreativ, bin ich beim Creadienstag zu finden.

 

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